Feuer, Erde und Heilung

Feuer, Erde und Heilung

Xangô, Obaluaiyê, Ossaim, Oxumaré, Logun Edé und Ewá: Gerechtigkeit, Heilung, Geheimnis und Verwandlung. Kostenlose Lektion des Ifá-Wisdom-Curriculums.

Die letzte Gruppe von Orixás deckt wesentliche Bereiche ab, die das Pantheon vervollständigen: die souveräne Gerechtigkeit (Xangô), Heilung und Krankheit (Obaluaiyê), das Geheimnis der Pflanzen (Ossaim), die zyklische Verwandlung (Oxumaré), die Dualität (Logun Edé) und das Mysterium (Ewá).

Diese Orixás sind oft die der breiten Öffentlichkeit am wenigsten bekannten, aber sie sind für das Gleichgewicht des Systems unverzichtbar. Ohne Obaluaiyê gibt es keine Heilung, ohne Ossaim kein Heilmittel, ohne Oxumaré keine Erneuerung.

Xangô — Der König der Gerechtigkeit

Xangô ist der Orixá der Gerechtigkeit, des Donners, des Blitzes und des heiligen Feuers. Vierter Aláàfin (König) des antiken Königreichs von Oyó, wurde er nach dem Tod zum Orixá. Sein Instrument ist der Oxê — die Doppelaxt, die die Pflicht darstellt, beide Seiten anzuhören, bevor man urteilt.

Die Kinder von Xangô sind geborene Anführer, charismatisch, mit starkem Gerechtigkeitssinn, explosivem aber kontrolliertem Temperament und der Unfähigkeit, Lügen zu tolerieren.

Attribute: Rot und Weiß, Mittwoch, Amalá (Okra mit Garnelen und Dendê), Oxê und Xerê. Begrüßung: Kaô Cabecilê!

Obaluaiyê (Omolu) — Der Herr der Erde und der Krankheiten

Obaluaiyê ist der Orixá der Krankheiten und der Heilung — insbesondere der Pocken, der Epidemien und aller Hautkrankheiten. Sein Körper ist mit Stroh (Azê) bedeckt, das die Wunden verbirgt, die er trägt, weil er die Menschheit heilte, indem er ihre Krankheiten in sich aufnahm.

Er ist der Arzt des Pantheons: wer die Macht hat, die Krankheit zu verursachen, hat die Macht, sie zu heilen. Seine Kinder sind oft schüchtern, introvertiert, mit starker Berufung zur Heilung und der Neigung, das Leid anderer auf sich zu nehmen.

Attribute: Schwarz, Rot und Weiß, Montag, Popcorn (Doburu) und Aberém, Xaxará (Strohzepter). Begrüßung: Atotô!

Ossaim — Der Hüter der Blätter

Ossaim ist der Orixá der Heilkräuter, des botanischen Wissens und der Geheimnisse des Waldes. In der Tradition funktioniert kein Ritual ohne die Blätter von Ossaim — das heilige Sprichwort lautet: Kosi ewé, kosi Orixá (ohne Blatt gibt es keinen Orixá).

Ossaim ist einsam, geheimnisvoll, Hüter von Geheimnissen, die er nur denen offenbart, die es verdienen. Seine Kinder sind Gelehrte, Kräuterkundige, Heiler, Menschen, die sich in der Natur wohler fühlen als in der Gesellschaft.

Attribute: Grün, Donnerstag, weißer Mais und Augenbohnen, Stab mit Vogel an der Spitze. Begrüßung: Ewê Ô!

Oxumaré — Der Regenbogen

Oxumaré ist der Orixá des Regenbogens, der zyklischen Verwandlung, der ständigen Bewegung und der Erneuerung. Er manifestiert sich als Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt — Symbol der Ewigkeit und der Lebenszyklen. Sechs Monate lang ist er männlich, sechs Monate lang weiblich.

Oxumaré herrscht über den Regen, der die Erde nährt, und über die Bewegung der Gewässer zwischen Himmel und Boden. Er repräsentiert die Idee, dass sich alles verändert, alles sich verwandelt, nichts permanent ist — und dass diese Vergänglichkeit schön ist.

Attribute: Gelb und Grün (Farben des Regenbogens), Dienstag, Süßkartoffel und Augenbohnen, Schlange (Dan). Begrüßung: Arroboboi!

Logun Edé — Der Prinz der Dualität

Logun Edé ist der Sohn von Oxóssi und Oxum — halb Jäger, halb Meerjungfrau. Er lebt sechs Monate im Wald mit dem Vater und sechs Monate im Fluss mit der Mutter. Er ist der Orixá der jugendlichen Schönheit, der Dualität, des Reichtums und der verfeinerten Eitelkeit.

Logun Edé lehrt, dass es möglich ist, in zwei Welten zu leben, ohne eine zu verraten. Seine Kinder sind oft schön, eitel, talentiert, mit der Leichtigkeit, zwischen verschiedenen Umgebungen und Identitäten zu wechseln.

Attribute: Türkis und Gold, Donnerstag, Axoxô und Omolocum, Bogen und Spiegel. Begrüßung: Lossí Lossí!

Ewá — Das Mysterium

Ewá ist die Orixá des Mysteriums, der verborgenen Schönheit und der inneren Verwandlung. Außerhalb der traditionellen Terreiros wenig bekannt, regiert Ewá den Horizont — jene Linie, an der der Himmel die Erde trifft, das Sichtbare das Unsichtbare.

Ewá ist zusammen mit Iansã die Orixá der Friedhöfe, aber während Iansã sich mit dem aktiven Übergang der Toten befasst, hütet Ewá das stille Mysterium dessen, was danach geschieht. Ihre Kinder sind zurückhaltend, kontemplativ, geheimnisvoll, mit starker Verbindung zur geistigen Welt.

Attribute: Rot und Gelb, Samstag, diskrete Opfergaben, kurzes Schwert. Begrüßung: Ri Rô Ewá!